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Erfolgsfaktor Empathie als Unternehmenswert- warum Empathie den Unterschied macht

Aktualisiert: 20. Jan.

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Die emotionale Erlebniswelt des Mitarbeitenden verstehen und so Konflikte und missverständnisse vermeiden

Viele Konflikte entstehen aufgrund mangelnder Wertschätzung und fehlender Empathie


Ich kenne Chefs, denen bei diesen Schlagwörtern die Nackenhaare hochgehen und Aussagen kommen, wie: "Mit Weichspülerei kommen wir nicht weiter, die Zahlen müssen stimmen, lassen Sie sich was einfallen, wie Sie Ihr Team motivieren! Es ist ihr Job, dafür bezahle ich meine Mitarbeitenden ja! Nun soll ich ihnen noch den Allerwertesten pudern? Ich glaube, es geht los."


Jede Meinung verdient ihre absolute Berechtigung, jedoch vertrete ich den Standpunkt, dass Unternehmen, die den Fokus auf ein hohes soziales Wohlgefühl ihrer Mitarbeitenden legen, dafür entsprechend belohnt werden.

"Die enorme Bedeutung authenthischer Empathie füreinander, gelebter Wertschätzung untereinander und resilienzfördernder Strukturen im Arbeitskontext ist vielen Unternehmen überhaupt nicht bewusst."

Die Arbeitswelt befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel. Digitalisierung, Remote-Arbeit und die zunehmende Diversität in Teams erfordern neue Ansätze in der Führung. Empathie hilft, kulturelle Unterschiede zu überbrücken, individuelle Bedürfnisse zu erkennen und die Zusammenarbeit in heterogenen Teams zu verbessern. Eine Studie des Harvard Business Review (2023) zeigt, dass empathische Führung die Mitarbeiterzufriedenheit steigert und die Bindung an das Unternehmen erhöht.


Eine Arbeits- und Führungskutur zu etablieren, bei der die seelischen Bedürfnisse der Mitarbeitenden im Alltag berücksichtigt werden, erhöht nachdrücklich die Performance und Zufriedenheit am Arbeitsplatz, reduziert Abwanderungsgedanken und sorgt idealerweise dafür, neue interessante Bewerber anzulocken. Indem Führungskräfte sich der Bedürfnisse anderer bewusst sind und sich um sie kümmern, stärken sie hr Ansehen, erhöhen ihre Glaubwürdigkeit und verbessern die Einstellung ihres Teams.


Schlechtes Arbeitsklima - Low Performer


Die Wahrnehmung einer kalten Arbeitsumgebung äussert sich individuell meist wie folgt:


  • Man fühlt sich missverstanden!

  • Der Respekt fehlt - keine Wertschätzung!

  • Die Anerkennung fehlt – keine Wertschätzung!

  • Man hat das Gefühl nur Funktionieren müssen – man fühlt sich ausgenutzt!

  • Zuviel Verantwortlichkeiten laugen einen aus - man fühlt sich überarbeitet!

  • Man hat das Gefühl übergangen zu werden – man wird nicht gefragt!

  • Man sieht keine Freiräume, Förderung oder Entwicklungsmöglichkeiten!

  • Man fühlt sich misskreditiert!

  • Man spürt eine destruktive, aggressiv & unfreundliche Stimmung untereinander!

  • Man fühlt sich unterfordert (bin nicht so doof)!

  • Man fühlt sich übersehen - Führung!

  • Man fühlt sich gekränkt – Führung !

  • Man hat das Gefühl nicht verstanden zu werden – keine Empathie!

  • Man fühlt sich ausgegrenzt – schlechte Stimmung im Team / Unternehmen!

  • Die Sinnhaftigkeit der Arbeit fehlt – Purpose!

  • Man kann nicht so sein, wie man ist – Diversity!

  • Man wird nicht eingesetzt, für das was man kann - Aufgabenverantwortung für Dinge, die man nicht kann!

  • Man fühlt mich fehl am Platz, überflüssig!

  • Man darf keine Fehler machen, dann wird man an den Pranger gestellt - kostet mich den Job - Angst!

  • Man hat das Gefühl andere werden bevorteilt - Transparenz!

  • Man fühlt sich hilflos – Ich bekomme keine Unterstützung!

Diese Aufzählung lässt erkennen, dass der überwiegende Teil der Probleme am Arbeitsplatz mit Mangel an Empathie und Wertschätzung zu tun hat. Die Performance eines sich so fühlenden Mitarbeitenden ist überschaubar; psychosomatische Erkrankungen die Folge. Oftmals wird dann früher oder später Personal, dass nicht performt, ausgetauscht, in der Hoffnung, dass der hinzugewonne neue Mitarbeitende besser performt. Die Kultur und der Umgang untereinander wird hingegen nicht hinterfragt. Daraus enstehen enorme Kosten und Verluste für ein Unternehmen.



Zu den oben genannten emotionalen Belastungen kommen noch weitere, ganz normale und im Arbeitsalltag situativ schwankende Belastungen hinzu, die im Wesentlichen so aussehen können:


  • Körperliche Belastung durch vieles Sitzen oder körperliche Arbeit

  • Grelles Licht

  • Lärm (dauerhafte Belastung / sequentiell)

  • Luft - zu warm, zu kalt, zu trocken, es zieht

  • Kollegen & Vorgesetzte schlecht drauf, nicht da, zu laut, krank im Großraumbüro

  • nervige Kundengespräche, hohes Email-Aufkommen

  • Scheiternde Projekte, Absagen, Zeit- und Termindruck

  • Mangelnde Bewegung, zu wenig getrunken

  • Isolation – Home Office, uvm..


Die normalen Belastungen der Arbeit lassen sich zum Teil abschwächen, bspw. das man eine Klimaanlage einbaut um die Luftqualität zu verbessern oder Neueinstellungen durchführt, um das Arbeitsvolumen einer belasteten Abteilung langfristig zu reduzieren. Wichtig hierbei ist, die Bedürfnisse seiner Mitarbeitenden frühzeitig wahrnehmen und umgehend handeln. Seinen Mitarbeitenden Empathie und Wertschätzung gegenüber zeigen!


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"Wenn man bedenkt, dass jeder Mitarbeitende - ganz gleich ob Führungskraft oder nicht - mit einer privaten, nennen wir es emotionalen Wolke, beschäftigt ist und diese auch an den Arbeitsplatz mit trägt, wird die besondere Bedeutung von emotionaler Intelligenz im Unternehmen deutlich."

Natürlich kann diese Wolke voller positiver Emotionen sein, genau wie die Gefühle der Mitarbeitenden im Arbeitsumfeld; doch um zu sensibilisieren ist es zunächst wichtig, sich auf die Schwachstellen zu fokussieren. Es soll hier kein Schwarz-Weiss Ansatz verfolgt werden, dass es nur negativ oder positiv gibt, es dient lediglich einfach der Bewusstwerdung, wie wichtig Empathie und Wertschätzung im Umgang untereinander sind, vor dem Hintergrund einer Vielzahl von persönlich wahrgenommenen Stressoren. Nachfolgendes Schaubild gibt einen Überblick möglicher private Stressoren, die die Performance der Arbeit negativ beeinflussen kann.



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Eine gute Führungskraft hat idealerweise durch wertschätzendes und empathisches Verhalten eine gute Bindung zu seinen Mitarbeitenden und sollte daher auch im Bilde über die privaten Stressoren seiner Schützlinge sein. Dies ermöglicht frühzeitig unterstützend zu agieren und mögliche Überlastungen oder Fehlleistungen temporär abfedern zu können.


"Wichtig ist, dass Empathie zeigen, nicht bedeutet, dass man als Führungkraft oder Kollege sich zum Mülleimer der Sorgen und Probleme anderer degradieren lässt! Es bedeutet vielmehr eine helfende und souveräne Hand wenn nötig anzubieten und durch Verständnis, seinem Gegenüber Handlungsoptionen aufzeigen zu können."

Um ein Verständnis dafür zu entwickeln, wie Arbeitsbedingungen durch den Ansatz des Empathic Leaderships verbessert werden können, schauen wir uns die generellen Bedürfnisse von Mitarbeitenden im Arbeitskontext an. Graphisch dargestellt im folgenden Schaubild:


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Was macht nun eine warmherzige, an den Bedürfnissen der Mitarbeitenden orientierte Arbeitsumgebung konkret aus?


  • Gegenseitige Wertschätzung & Empathie untereinander schafft kreative und selbstmotivierende Arbeitsumgebung

  • Spüre eine Zugehörigkeit zum Team und Unternehmen - man fühlt sich gesehen, verstanden

  • Erhalte Anerkennung & Bestätigung für meine Arbeit und als Person

  • Kenne meine Rolle und diese passst fachlich und menschlich zu mir

  • Werde entsprechend meiner Stärken eingesetzt- ich fühle mich leistungsstark & natürlich produktiv

  • Eine positive Fehlerkultur fördert Angstfreiheit - überdurchschnittliche Kreativität wird gefördert

  • Es wird an Schwächen nicht rumgemäkelt sondern unterstützt

  • Gefühle von Freiheit- Ich darf so sein wie ich bin - muss mich nicht verstellen (Diversity)

  • Finde eine moderne angenehme Arbeitsumgebung vor, die meinen individuellen Bedürfnissen entgegen kommt (ruhiger Arbeitsplatz - Team-Arbeitsplatz)

  • Habe entsprechende Freiräume zeitlich und örtlich - hybrid

  • Finde auch Möglichkeiten des Entspannens auf der Arbeit

  • Ich habe eine spannende Aufgabe, die mich wirklich interessiert

  • Habe anregenden Austausch unter Kollegen und mit meinem Vorgesetzen, der meine Perspektive erweitert

  • Ich kann etwas umsetzen nach meinen Vorstellungen

  • Ich kann Neues dazulernen - Entwicklung

  • Meine Vorgesetzten nehmen mich Ernst, verstehen mich und fördern mich

  • Eine wertschätzende Unternehmenskultur stimmt mich fröhlich und motiviert mich

  • Ich fühle mich sicher - dem Unternehmen geht es gut

  • Ich sehe mich als Influencer des eigenen Unternehmens - Meine Arbeit hat einen größeren Sinn - Purpose - ich werde gebraucht


"In einer warmen Arbeitsumgebung sehen wir, dass die Mitarbeitenden ihr volles Potential entfalten können und sich in einer sozialen Umgebung bewegen, die durch wertschätzendes und empathisches Miteinander geprägt ist, einer klaren Vision folgt und Kreativität und motiviertes Zusammenarbeiten untereinander fördert."

Welches Führungsverhalten ist notwendig?


Eine der wesentlichen Unternehmenswerte im Umgang mit Mitarbeitenden die eine warme Arbeitsumgebung fördert ist Empathie. Ein ehrliches, interessiertes Zuhören ohne Zeitdruck, empathische und wertschätzende Anteilnahme an den Themen des Mitarbeitenden sind ausserordentlich effektive Verhaltensweisen, die allgemeine Arbeitsatmosphäre und damit auch die Performance zu verbessern.


Empathie lässt sich als Fähigkeit beschreiben, das innere Erleben einer Person unabhängig von seiner eigenen Wahrnehmung zu verstehen. Wissenschaftlich lässt sich Empathie als "Reaktion auf die von uns wahrgenommenen Gefühle anderer Menschen" interpretieren. Drei Arten von Empathie lassen sich unterscheiden:


  • Mit einer hohen emotionalen Empathie kann man emotional nachempfinden, wie sich andere Menschen in einer bestimmten Situation fühlen. Diese Fähigkeit ermöglicht überhaupt Mitgefühl und Wertschätzung zeigen zu können. Sie stärkt zwischenmenschliche Beziehungen, schafft also Vertrauen und stärkt den Zusammenhalt.

  • "Menschen mit einer stark ausgeprägten kognitiven Empathie können sehr zuverlässig einschätzen, welche Gedanken, Motive und Absichten andere Menschen antreiben. Sie können die Körpersprache sehr gut deuten und wissen, was sie sagen und tun müssen, um bestimmte Gedanken oder Gefühle bei anderen Menschen auszulösen," so Prof. Dr. Waldemar Pelz. Es ermöglicht zuverlässig die Folgen eigenen und fremden Handels und Denkens einzuschätzen und vorausschauend zu agieren. Kognitive Empathie ermöglicht es Führungskräften, ihre Beziehungen auszugleichen, indem sie eine wohlige, freundliche Arbeitsatmosphäre mit ihren Mitarbeitenden schaffen und gleichzeitig deren Selbstwirksamkeit fördern. Jeder Mitarbeitende fühlt sich individuell abgeholt und angesprochen wodurch die Führungskraft gute Führungsqualitäten erzielt. Für sich selbst führt ein höheres Maß an kognitiver Empathie zu einem größeren Gefühl von Wohlbefinden, persönlichem Wachstum und beruflicher Zufriedenheit.

  • Durch Perspektivübernahme kann man sich schnell und flexibel auf unterschiedliche Menschen /Teammitglieder und deren Situation und Motive einstellen und ist so in der Lage steuernd und problemlösend zu agieren, bzw. zu antizipieren, wie sich ein Team als Ganzes verhalten wird. Diese Fähigkeit der sozialen Empathie, ermöglicht Menschen mit unterschiedlichsten Hintergründen zusammen zu bringen, den Teamgeist und eine harmonische Zusammenarbeit zu fördern.


Auf der klassischen Mitarbeiter-Führungskraft-Ebene lässt sich empathisches Verhalten im Uhrzeigersinn angefangen bei Wahrnehmung & Resonanz wie folgt darstellen:

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Durch dieses Führungsverhalten wird massives Vertrauen geschaffen und zugleich können Belastungsspitzen von Mitarbeitenden abgepuffert werden, indem man ihnen auf coachende Weise Hilfestellung gibt. Die Wahrscheinlichkeit für einen langfristigen Ausfall oder dauernden Performanceverlust kann so reduziert werden.


Wichtig für Führungskräfte ist es, die emotionale Distanz zu den Problemen der Menschen halten zu können, bei sich zu bleiben. Vorgesetzte die durch authentische Empathie ein Gefühl der Nähe und des Verständnisses und der Wertschätzung fördern und gleichzeitig dazu beitragen, eine leistungsstarke Organisation zu schaffen, die ihre Wachstums- und Rentabilitätsziele erreicht, sind für Unternehmen Gold wert.



Das Ergebnis der Gallup-Studie aus dem Jahr 2017 ergab, dass über 70 Prozent der Befragten vor allem wegen ihres direkten Vorgesetzten unzufrieden sind, ihnen die Wertschätzung fehlt, sie mit unklaren Zielvorgaben und fehlenden Feedbacks zu kämpfen haben und daher nur noch Dienst nach Vorschrift verrichten. Der immense Produktivitätsverlust durch schlechte Führungskräfte erklärt sich von selbst. Hinzu erhöht sich die Wechselwilligkeit bei guten Mitarbeitenden durch unfähige Vorgesetze.


Abschließend lässt sich festhalten, dass Führungskräfte im Besonderen, in Themen wie gewaltfreie Kommunikation, Wertschätzung und Empathie geschult werden sollten, da ihr Impact auf Menschen größer und ihr Stresslevel meist höher ist und die Folgen fataler sind.



"Meine Empfehlung wäre jedoch, Workshops zur allgemeinen emotionalen Gesundheit wiederkehrend im Rahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements durchzuführen: Eine Workshop-Reihe "Verbessere Deine Emotionale Intelligenz" wird das Miteinander ungemein stärken. Ferner würde ich mir wünschen, emotional gesunde Arbeitsbedingungen als Teil der Unternehmenskultur zu betrachten, stetig zu analysieren, anzupassen und zu entwickeln."

Prof. Dr. Waldemar Pelz bietet beispielsweise auf der Website seines Instituts für Management-Innovation einen validierten Test an, bei dem man rausfinden kann, wie empathisch man ist - super spannend und aufrufbar unter: https://pelz.fuehrungskompetenzen.net/form/ident/Empathie-21



 
 
 

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